Formate des WIR

Diskursive Veranstaltungsreihe an wechselnden Orten
Mai bis November 2013

Aktuelle Perspektiven auf künstlerische Formationen, kollektive Aktivitäten und Arbeitsansätze seit den 1960er Jahren in Berlin.

Bei den aktuellen Debatten unter Berliner Kulturproduzent_innen fällt auf, dass – vielleicht zu selten? – bereits Gemachtes, Gedachtes, Praktiziertes aufgerufen und als Wissen weitergegeben wird.

Seit den 1960er Jahren thematisieren künstlerische Praxen zunehmend Bedeutungszuweisungen und Repräsentationsmodi von Kunst. Es gilt Modelle zu erproben, die antihegemoniale, diskursive Räume für differenziertere Öffentlichkeit(en) produzieren.

Damit einhergehen kollektive und hybride Produktions-, Vermittlungs- und Distributionsformen, die als künstlerische Formate die Bedingungen und Ausschlussmechanismen der etablierten bürgerlichen Kulturinstitutionen, des Kunstmarktes und des urbanen Raums hinterfragen und überschreiten.

Mit dem Vorteil des historischen Abstands will Formate des WIR zurück- und auf Berlin blicken. Folgende Fragen ziehen sich durch die Veranstaltungsreihe: Welche Formate sind von Künstlerinnen und Künstlern in Berlin entwickelt worden, um innerhalb gesellschaftlicher Konfliktfelder neue Handlungsräume zu öffnen? In welchen künstlerischen Formaten wurden modellhaft demokratische Verfahren erprobt? Sind diese in Ihren Bedingungen, Strategien und Verfahrensweisen auf aktuelle gesellschaftliche Aushandlungsprozesse übertragbar?

Thematische Skizze:

– Kollektive künstlerische Ansätze in Ostberlin in den 1980er Jahren.

– Erweiterte künstlerische Praxis im Gesamtberlin der Nachwendejahre.

– Zusammen [über]leben. Wohn- und Arbeitsprojekte seit den Nachwendejahren.

– Kollektive Wissensproduktion in selbstinitiierten Strukturen.

– Selbstorganisation in Form von Produktionskollektiven im Film-, Kunst-, Buch- und Musikwesen in den 1970er Jahren in Westberlin.

– Auflösung hegemonialer Strukturen im Theater, speziell in Westberlin seit den 1960er Jahren und der Performance Off-Szene um die Jahrtausendwende.