Kollektives Kartieren alternativer Lernmodelle: Studenten Proteste 1988/89 in West-Berlin als Ausgangspunkt

Datum: Donnerstag, 21. November, 2013, 19. 00 – 21.30 Uhr

Ort: Museum der Unerhörten Dinge, Crellestrasse 5-6, 10827 Berlin

Gäste: Roland Albrecht und Birgit Auf der Lauer

Eintritt frei.

Bei den aktuellen Debatten unter Berliner Kulturproduzent_innen fällt auf, dass – vielleicht zu selten? – bereits Gemachtes, Gedachtes, Praktiziertes aufgerufen und als Wissen weitergegeben wird. Seit den 1960er Jahren thematisieren künstlerische Praxen zunehmend Bedeutungszuweisungen und Repräsentationsmodi von Kunst. Es gilt Modelle zu erproben, die antihegemoniale, diskursive Räume für differenziertere Öffentlichkeit(en) produzieren. Damit einhergehen kollektive und hybride Produktions-, Vermittlungs- und Distributionsformen, die als künstlerische Formate die Bedingungen und Ausschlussmechanismen der etablierten bürgerlichen Kulturinstitutionen, des Kunstmarktes und des urbanen Raums hinterfragen und überschreiten. Mit dem Vorteil des historischen Abstands will Formate des WIR zurück- und auf Berlin blicken.

In den letzten Jahren kann der häufige Gebrauch des Begriffs „Wissensproduktion“ in fast allen Bereichen der Kunst beobachtet werden. Dieser Hype wächst scheinbar durch die komplexen sozialen Transformationen des Neoliberalismus, des Bologna Prozesses im universitären Sektor, politischen Veränderungen und Globalisierung in der Kultur. Ist in diesem Zusammenhang die Entstehung von Begriffen wie Halbwissen, Negativwissen oder Nichtwissen ein Signal des Widerstands das letzte Wort Bildungsinstitutionen zu überlassen?

Im Kunstbereich haben Kollektive immer wieder versucht alternative Formen des Lernens und der Wissensaneignung inner- und außerhalb des institutionellen Rahmens zu finden. Als ein Ausgangs-punkt des Abends dienen die Studentenproteste 1988/89 in West-Berlin.  Das Publikum ist eingeladen gemeinsam mit den Veranstaltern die Entstehung und die Bedingungen von Gruppen die Lernen als künstlerische Praxis erprobten zu kartieren.

Die 5te Veranstaltung von  Formate des WIR findet im  Museum der Unerhörten Dinge statt, das sich in einer 20 m² grossen Baulücke zwischen zwei Gebäuden in Schöneberg befindet. Der Abend wird mit einer herzlichen Begrüßung von Roland Albrecht, dem Direktor des Museums eröffnet. Nach einer Einführung in die Tätigkeit seiner Institution und deren einzigartigen Sammlung wird die Künstlerin Birgit Auf der Lauer, in ihrer Rolle als „Sammlerin des Abends’, einen einbeinigen Tisch präsentieren und Recherchematerialien anbieten, die für die gemeinsame Kartierung genutzt werden können.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Um Anmeldung wird gebeten: info@formatedeswir.net

Arbeitsgruppe Formate des WIR der nGbK – neue Gesellschaft für bildende Kunst:

Matze Einhoff, Heimo Lattner, Achim Lengerer, Annette Maechtel, Miya Yoshida

Download Publikation fdw5 hier: fdw5 DT WEB



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