Videomagazine und Kinospots – Mediale Interventionen und alternative Distributionsformen im Kontext des innerstädtischen Stadtumbaus im Nachwende-Berlin

Sonntag, 11. August 2013; Beginn pünktlich um 18 Uhr

Ort: Lichtblick-Kino, Kastanienallee 77, 10435 Berlin (K77)

Gäste: Vertreter_innen des Videomagazins AK Kraak und des Projekts A-Clip

Moderation: Ines Schaber

Im Anschluss an das Screening Diskussion in der Gemeinschaftsküche von K77. Limitierte Teilnehmerzahl! Wir bitten daher um Anmeldung: info@formatedeswir.net

Der zweite Teil der Veranstaltungsreihe konzentriert sich auf mediale Formate wie Videomagazine und Interventionen im Kino, die Räume für einen kritischen Diskurs zum damaligen innerstädtischen Stadtumbau im Nachwende-Berlin öffneten.

AK Kraak entstand im Kontext der Studentenstreiks und Hausbesetzungen der frühen 1990er Jahre und versteht sich seitdem als eine Form des linksradikalen Videoaktivismus und der medialen Selbstbestimmung. Formal greift AK Kraak die medialen Formate des Fernsehens wie Werbung und Kochstudios auf, um sie sich für kritische Inhalte anzueignen. Die Beiträge des Videokollektivs wurden in Form von VHS-Bändern als „Aktuelle Kamera“ monatlich in besetzten Häusern und linken Kneipen aufgeführt. AK Kraak war ein internes Kommunikationsmedium, das in der Vorzeit des Internets den Austausch unter den Aktivisten ermöglichte. Das Magazin förderte durch die gemeinsamen Vorführun-gen den Zusammenhalt der sozialen Bewegung. Heute ist das Videomagazin oftmals das einzige Dokument der damaligen Debatten über Fragen zu Stadt und Besitz. www.akkraak.squat.net

A-Clip ist ein Projekt, das aus der Klasse Zwei/Schröderstraße hervorging. Die erste Staffel entstand im Zusammenhang der Innenstadtaktionen 1997 in Berlin. Damals wurde in Zusammenar-beit mit antirassistischen Initiativen die Privatisierung von öffentlichem Raum und die beginnende Gentrifizierung thematisiert. Die einzelnen A-Clips, jeweils circa 50 Sekunden lang, wurden zwischen die vor dem Hauptfilm gezeigten Werbeclips sprichwörtlich eingeschnitten. A-Clip nutzte die Auf-merksamkeit des Zuschauers im abgedunkelten Kinoraum für die Platzierung politischer und subjektiv-künstlerischer Aussagen. Ähnlich wie bei AK Kraak greifen die Kurzfilme teilweise die Werbefilm-ästhetik auf, um sie entsprechend einer „Guerillataktik“ zu brechen.

Die Produzent_innen der Beiträge waren Filmemacher_innen, Künstler_innen, Autor_innen, die das 50 Sekunden-Format der Werbung für ihre Aussage nutzen wollten. A-Clip fungierte wie ein redaktionelles Team, das die entstandenen Kinospots in den Jahren 1997, 2000 und 2003 als A-Clips direkt an die Mainstream-Kinos verteilte. Ziel war es, neue Wege zu suchen, um Raum für einen politischen Diskurs zu öffnen.

 

Arbeitsgruppe Formate des WIR der nGbK – neue Gesellschaft für bildende Kunst:

Matze Einhoff, Heimo Lattner, Achim Lengerer, Annette Maechtel, Miya Yoshida


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